Die Zukunft des Fachhandels

Uhrenkauf ohne Fachhandel ist kein echtes Erlebnis

Mat­thi­as Stotz, Geschäfts­füh­rer Junghans

Zusam­men­fas­sung des geführ­ten Inter­views der Gold­schmie­de Zei­tung  (GZ) mit Herrn Stotz

 

In einem infor­ma­ti­ven Inter­view mit der Gold­schmie­de Zei­tung (GZ) äußerst sich Herr Stotz, Geschäfts­füh­rer der Uhren­fa­brik Jung­hans, zur Zukunft des Fach­han­dels und gibt Ein­bli­cke in den eige­nen Online-Shop der Mar­ke aus dem Schwarz­wald. Nach Ansicht von Herrn Stotz konn­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein Wachs­tum der digi­ta­le Märk­te erkannt wer­den. Lei­der bewe­gen sich jedoch ver­mehrt graue Scha­fe auf die­sem Markt, wel­che neben der eige­nen Uhren­mar­ke auch den Fach­han­del schwä­chen kön­nen. Um die­sem Pro­blem ent­ge­gen kom­men zu kön­nen, ent­wi­ckel­te Jung­hans über die ver­gan­ge­nen Jah­re einen eige­nen Online-Shop, des­sen Plan es ist, eine kla­re und seriö­se Prä­senz der eige­nen Mar­ke schaf­fen zu kön­nen. In die­sem Zusam­men­hang liegt vor allem der End­ver­brau­cher im Fokus, der sich off­line als auch online über hoch­wer­ti­ge Uhren infor­mie­ren möch­te. Neben dem eige­nen Online-Shop ver­folgt Jung­hans zudem sei­ne Stra­te­gie in den Soci­al-Media berei­chen. Mit Face­book und Insta­gram aber auch den chi­ne­si­schen Kanä­len Wei­bo und Wechat möch­te die Mar­ke wei­te­re Ziel­grup­pen errei­chen. Der eige­ne Online-Shop stellt dabei ein wei­te­res Puz­zle­stück in der Gesamt­stra­te­gie des Unter­neh­mens dar.

Für die Han­dels­part­ner star­tet Jung­hans mit dem Start der dies­jäh­ri­gen Inhor­gen­ta ein neu­es Online-Por­­tal. Mit die­sem wird es Fach­händ­lern mög­lich sein, offe­ne und lau­fen­de Bestel­lun­gen ein­se­hen zu kön­nen, die Ver­füg­bar­keit der Ware zu prü­fen sowie Bestel­lun­gen von der Kol­lek­ti­ons­wa­re bis zum Ersatz­teil zu täti­gen. Ins­ge­samt soll der Online-Shop als auch das Online-Por­­tal kei­ne Neu­aus­rich­tung dar­stel­len. Viel­mehr möch­te Jung­hans auf die­se Wei­se eine Ergän­zung zur off­line Bera­tung anbie­ten. Kun­den kön­nen sich online über Uhren­mo­dell infor­mie­ren und bekom­men nach Betä­ti­gung des “Kauf­but­tons” eine Aus­wahl an Fach­händ­ler mit­tels Such­funk­ti­on prä­sen­tiert. Bei star­ken Inter­es­se kön­nen sich Kun­den an die jewei­li­gen Händ­ler rich­ten und kön­nen sich bei einem Besuch auf Fach­kom­pe­tenz sowie per­sön­li­cher Bera­tung ver­las­sen. Dies zeigt vor allem, dass Herr Stotz für die nahe­lie­gen­de Zukunft den Fach­han­del als bes­ten Ort sieht, um sich sei­ne per­sön­li­che Uhr zu kau­fen. Für Jung­hans selbst besitzt der Fach­han­del stets gro­ße Bedeu­tung und soll wei­test­ge­hend unter­stützt werden.

Auf die Fra­ge, ob der eige­ne Online-Shop nicht Kon­kur­renz für den Fach­han­del dar­stel­le, begeg­net Herr Stotz, dass Hap­tik und Tra­ge­ge­fühl einer hoch­wer­ti­gen Uhr nicht im Inter­net nach­emp­fun­den wer­den kön­nen.  Erst in einem per­sön­li­chen Gespräch beim Fach­händ­ler kann die Begeis­te­rung für Uhren­pro­duk­te beim Kun­den geweckt wer­den.  Zudem zeigt die Erfah­rung, dass Uhren aus höhe­ren Preis­seg­men­ten lie­ber beim Händ­ler gekauft wer­den, als im Inter­net. Neben hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten möch­te Jung­hans vor allem mit exklu­si­ven Son­der­mo­del­len, wel­che zum Teil in Koope­ra­ti­on mit den Fach­händ­lern ent­ste­hen sol­len, tat­kräf­tig unter­stüt­zen. Glei­ches gilt für limi­tier­te Uhren­mo­del­le, bei denen die Fach­händ­ler Vor­rang besit­zen wer­den. Das Ein­kaufs­er­leb­nis im Fach­han­del soll damit ein­ma­lig, per­sön­lich und exklu­siv blei­ben. Herr Stotz gibt jedoch gleich­zei­tig zu beden­ken, dass ver­mehrt eine Viel­zahl an Juwe­lie­ren ihre Geschäf­te bereits auf­ge­ben muss­ten oder die Kun­den­an­zahl bei den Fach­händ­lern in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rück­läu­fig war. Aus die­sem Grund möch­te Jung­hans gar bei der Gestal­tung des eige­nen Geschäfts, ob off­line oder online, als Stütz­pfei­ler für die Fach­händ­ler dienen. 

Ins­ge­samt sieht Herr Stotz die Zukunft des Fach­han­dels immer noch posi­tiv. Hoch­wer­ti­ge Uhren wer­den nach sei­ner Ein­schät­zung von Kun­den doch lie­ber beim Fach­händ­ler gekauft. Damit die Mar­ke als auch der Stand­ort Deutsch­land auch in Zukunft gefes­tigt wer­den kann, möch­te Jung­hans eng mit den Fach­händ­lern zusam­men arbei­ten, damit die­se preis­lich ver­nünf­tig und hoch­wer­tig blei­ben kön­nen. Dem tra­di­ti­ons­rei­chen Unter­neh­men ist dabei durch­aus bewusst, dass dies für jeden ein­zel­nen Fach­händ­ler eine Her­aus­for­de­rung dar­stel­len kann und möch­te umso mehr den seriö­sen Han­del über die Juwe­lie­re unterstützen.

 

Das gesam­te Inter­view kön­nen Sie auf der Sei­te der GZ nach­le­sen: Inter­view mit Herrn Stotz